Vedanta
Kriya Yoga
Raja Yoga

(4.30) Die acht Glieder des Raja Yoga

Raja Yoga ist der Weg der systematischen Analyse und Kontrolle des Geistes.
Raja Yoga heißt auch 'Ashtanga' (der achtgliedrige) Yoga, denn seine Praxis ist achtteilig.
Diese acht Stufen sind:

1. Yama - Regeln Für den Umgang mit anderen

· Ahimsa - Nichtverletzen
· Satya - Wahrhaftigkeit
· Brahmacharya - Keuschheit
· Aparigraha - Nichtannehmen von Geschenken
· Asteya - Nichtstehlen

2. Niyama - Gebote. Verhaltensregeln für das Privatleben

· Saucha -Reinheit (innere und äußere)
· Santosha - Zufriedenheit
· Tapas - Askese
· Swadhyaya - Studium religiöser Schriften
· Ishvarapranidhana - Verehrung Gottes

3. Asana - Stellung. Wichtig ist, die Wirbelsäule frei zu halten, aufrecht zu sitzen. Brust, Nacken, Hals bilden eine gerade Linie. Bewegungslos und bequem.

4. Pranayama. Durch verschiedene Atemtechniken wird die Lebensenergie unter Kontrolle gebracht.

5. Pratyahara. Den Sinnen wird der Weg zu ihren Objekten versperrt oder sie werden von diesen zurück gezogen. Es ist dies die Praxis, den Geist von den Sinnen, die ihn stören, zu trennen.

6. Dharana - Konzentration. Dharana ist die Praxis, den Geist zu konzentrieren, indem man ihn z.B. auf ein äußeres Objekt oder eine innere Idee richtet, unter Ausschluss aller anderen Gedanken.

7. Dhyana - Absorption. Ununterbrochenes Fließen der Gedanken zum Meditationsobjekt.

8. Samadhi - Überbewusstsein. Samadhi ist der überbewusste Zustand. Er ist über alle Beschreibung erhaben. Der Geist kann ihn weder erfassen noch beschreiben, denn er transzendiert die drei Elemente, die während jeder gewöhnlichen Erfahrung der Sinne präsent sind: Raum, Zeit und Kausalität. Samadhi ist das Ziel aller Existenz. Alle lebewesen bewegen sich auf dieses Ziel zu.



Raja Yoga oder Ashtanga Yoga hat zwei Unterteilungen:

1. Der Raja Yoga von Patanjali beschäftigt sich direkt mit dem Geist.

2. Kundalini Yoga, der zuerst das Prana (die lebensenergie) beherrscht, Nadis (Energiekanäle) und Chakras (Energiezentren) reinigt und die Kundalini erweckt. Er beschreibt das psychische System und kennt verschiedene Techniken. Das Hauptziel ist ebenfalls die Beherrschung des Geistes.

Kundalini Yoga hat Unterteilungen je nach den Hauptpraktiken:

- Hatha Yoga, wo für den Anfänger Kriyas, Asanas, Pranayamas, Mudras und Bandhas betont werden
- Mantra Yoga benutzt den Klang zur Kontrolle des Geistes
- Yantra Yoga verwendet geometrische Formen für die Meditation
- Nada Yoga verwendet Musik
- Laya Yoga, der Aspirant konzentriert sich auf den inneren Klang (Anahata Klänge) und das innere licht

Manchmal werden im Kundalini Yoga mehrere Techniken verbunden, wie z.B. in der Chakra Meditation (Vergleiche hierzu das Kapitel über Kundalini Yoga).



Alle Formen von Raja Yoga sind Ashtanga Yoga, und alle haben die acht Glieder, die praktiziert werden.
Die Hauptprinzipien sind dieselben.
Es ist nur ein Unterschied im Schwerpunkt.